Brandschutzerziehung

Was ist das eigentlich "Brandschutzerziehung"?

Hier ist die Antwort: Brandschutzerziehung ist die Aufklärung über

  • die Verhütung von Bränden
  • das richtige Verhalten im Brandfall

Zielgruppen sind Kinder in

  • den Elementarstufen (Kindergärten usw.)
  • den Primarstufen (Grundschulen)

 

Sinn der Brandschutzerziehung

Kinder kennen keine Gefahr. Sie sind vielmehr vom Feuer fasziniert und wissen oft nicht, wie gefährlich es sein kann. Ebenso kennen sie die Auswirkungen das Feuers nicht, dass es Menschenleben gefährden und Millionenwerte vernichten kann. Wie viele andere Dinge auch will der Umgang mit Feuer gelernt sein. Mit Verboten, Abschreckung und Angst ist das nicht durchführbar. Verbote wirken nur so lange, wie man sie kontrollieren kann. Die Folge: Heimlichkeiten! Aufklärung jedoch ist wirkungsvoller und nachhaltiger als jedes Verbot, oder ähnliches. Daher ist Brandschutzerziehung (lebens-) wichtig!

Abgesehen von einzelnen, zumeist unkoordinierten "Tipps" gab es bis vor kurzem keine gezielten Aktionen zur Brandschutzerziehung. Daher wurden die Aufgaben der Brandschutzerziehung in das "Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung bei Unglücksfällen" (FSHG-NRW, das Gesetz, welches die Aufgaben der Feuerwehr festlegt) aufgenommen. Hierdurch hat der Gesetzgeber die Wichtigkeit und Bedeutung dieser Aufgabe für den Brandschutz unterstrichen. Diese Aufgabe ist jedoch nur gemeinsam zu lösen: mit Feuerwehr, Eltern und Erziehern. Denn die Brandschutzerziehung ist keine Aufgabe für die Feuerwehr alleine, sondern überwiegend die der Erzieher und Eltern. Diese müssen aber von der Feuerwehr in die Lage versetzt werden, diesen Erziehungsauftrag sachgerecht durchführen zu können.

Welchen Part kann und muss die Feuerwehr bei der Brandschutzerziehung übernehmen

  • Anstoß und Motivation geben
  • beraten
  • bereitstellen von Schulungsmaterial
  • einen Besuch auf der Feuerwache vorbereiten
  • den Besuch auf der Feuerwache begleiten
  • Nachbereitung mit den Eltern und Erziehern

 

Einige Anmerkungen zur Brandschutzerziehung

  • Sie ist keine ausschließliche Information über die Feuerwehr
  • Sie ist auch keine ausschließliche Werbung für die Feuerwehr
  • Sie beinhaltet vorrangig eine Schärfung des Gefahrenbewusstseins der Kinder
  • Sie beinhaltet ein gezieltes Training für den Brandfall

Doch jetzt genug der Theorie. Hier kommt nun ein kurzer Einblick über den Ablauf einer Brandschutzerziehung in Eitorf.

Die Brandschutzerziehung in den Kindergärten findet meistens im Rahmen einer "Projektwoche" statt. Dazu bringt der Beauftragte der Feuerwehr einen Koffer gefüllt mit altersentsprechendem Schulungsmaterial mit in den Kindergarten. Darin finden sich Bücher über die Feuerwehr, einige (Feuerwehr-) Playmobilfiguren, Audio- und Videokassetten passend zum Thema, Materialproben für "Brandversuche", eine Telefonanlage zum Üben des Notrufs sowie umfangreiche Arbeits- und Unterrichtsunterlagen. Die Erzieher/-innen werden durch den Feuerwehrmann in die Brandschutzerziehung eingewiesen, z.B. in Verhaltensweisen und Grundregeln. Über die Audio- und Videokassetten werden die Kinder auf lustige Weise an das Thema herangeführt. Danach werden mit den Materialproben Versuche durchgeführt, die z.B. zeigen, welche Sachen brennen können und welche nicht.

Mit den Playmobilfiguren kann dann im "Unterricht" die ein oder andere gefährliche Situationen spielerisch dargestellt und auf das entsprechende Verhalten hingewiesen werden. Entsprechende Situationen können dann auch im Spiel geübt werden.

Ebenso wird das richtige und sinnvolle Absetzen des "Notrufs" mit der Telefonanlage des Brandschutzkoffers erarbeitet und geübt. Der Notruf wird aber nicht nur für den Brandfall, sondern auch für andere Notfälle, wie z.B. bei häuslichen Notfällen oder bei Unfällen auf der Straße, geübt. Dabei wird den Kindern auch klargemacht, dass und warum der Notruf nicht missbraucht werden darf.

Den "Höhepunkt" der jeweiligen Projektwoche bildet letztlich der Besuch bei der Feuerwehr. Hier werden durch den betreuenden Feuerwehrmann nochmals die Verhaltensregeln im Brandfall (auf dem Boden kriechen, Türen schließen, Notruf usw.) abgefragt und vertieft. Danach erfolgt eine Vorstellung der Schutzausrüstung eines Feuerwehrmanns inkl. Atemschutzgerät, wobei die Kinder erkennen können, dass unter dieser evtl. furchteinflössenden Montur auch nur ein Mensch steckt, der nur gekommen ist, um Hilfe zu leisten. Die Kinder können natürlich auch die Ausrüstung teilweise anziehen und "beschnuppern". Das "Größte" kommt dann: Die Feuerwehrautos! Es werden die "wichtigen" Geräte und Ausrüstungsteile herausgenommen und vorgeführt, wobei auch hierbei meistens gilt: Anfassen erlaubt! Danach können die Kinder endlich im Feuerwehrauto sitzen und Brandmeister spielen. In der wärmeren Jahreszeit dürfen sie zum Schluss noch mit der Kübelspritze "Löschübungen" durchführen.

Hier nun ein paar Bilder von einem Besuch bei der Feuerwehr Eitorf:

Besuch einer Grundschulklasse

Besuch einer Kindergartengruppe